Informationen zur Palliativ-Arbeit im Kreis und zur Hospizgruppe Ascheberg - Netzwerk fängt Menschen aufwerk fängt Menschen auf

Ascheberg - „Ich bin froh, dass es dieses Palliativ-Netzwerk gibt.“ Die Frau eines unheilbar kranken Aschebergers sprach das Schlusswort zu einem Informationsabend über eben dieses Netzwerk und die Hospizgruppe Ascheberg.

 

Rund 50 Interessenten informierten sich am Mittwochabend im Bürgerforum über das Palliativnetz und die Arbeit der Hospizgruppe. Foto: hbm

Im Bürgerforum des Ascheberger Rathaus moderierte Bianca Freifrau von Twickel die Veranstaltung, bei der Palliativ-Arzt Kristian Fromme mit den Koordinatorinnen Reinhild Bohms und Roswitha Scheele das Netzwerk und Bianca Weinhold die Hospizgruppe Ascheberg vorstellten.

Barbara Weinhold informiert über das Wirken der neunköpfigen Ascheberger Hospizgruppe, deren Arbeit sie koordiniert. „Der erste Kontakt bedeutet für uns immer, zuzuhören. Die Leute möchten Probleme loswerden, es sich viele Emotionen im Spiel. Dann wird überlegt, wie wir ehrenamtlich helfen können“, berichtet sie. Die Hospizgruppe begleite Menschen auf dem Weg in den Tod und unterstütze ein sanftes und würdevolles Sterben. Die Gruppe wünsche sich mehr Mitglieder, besonders aus Herbern. Langfristig denke die Hospizgruppe darüber nach, ein Trauercafé oder eine Trauergruppe einzurichten.

Die Ascheberger Hospizgruppe ist eine wichtige Vor-Ort-Masche im kreisweiten Palliativnetz, das mit hauptamtlichen Kräften arbeitet. Wer es in Anspruch nimmt, erhält die Kosten von der Krankenkasse erstattet. Kristian Fromme, Palliativmediziner aus Ascheberg, dass die Fäden im Süden des Kreises bei Reinhild Bohms zusammenliefen, im Norden bei Roswitha Scheele. Die beiden Koordinatorinnen arbeiten mit den Palliativmedizinern zusammen, organisieren die Zusammenarbeit mit dem Hausarzt, kennen die ambulanten Pflegedienste der Region, wissen aus welchen Apotheken und Sanitätshäusern welche Dinge zu bekommen sind. Sie wissen die Arbeit ambulanter Hospizgruppen einzubinden, kennen die Möglichkeiten der stationären Hospize, Altenheime, stationäre Pflegeeinrichtungen, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Seelsorger, Psychologen, Selbsthilfegruppen, Trauerbegleiter und Trauergruppen. Kurzum: Sie wisse, wo die Hilfe bereitsteht, die einem unheilbar Kranken ein würdevolles Ende seines Lebens ermöglicht.

Zum Palliativnetz kommen die Kranken über den Hausarzt, eine Anfrage von Angehörigen oder aus einer Einrichtung. Im Restgründungsjahr 2010 waren es 116 Personen, 2011 dann 357 Menschen und in diesem Jahr schon 336 bis Ende September. Wunsch des kreisweiten Netzwerkes ist es, in Ascheberg ein lokales Netzwerk zu schaffen, dass bei Bedarf die Hilfe schneller möglich macht.