Allein leben – und doch nicht allein sterben

Bei Telefonaktion unserer Zeitung nehmen Experten Betroffenen Ängste

Diese vier Experten des Palliativ-Netzes beantworteten zwei Stunden lang Leser-Fragen: v. l. Reinhild Bohms, Roswitha Scheele, Dr. Hartmut Hoppe und Hedwig Benning. Foto: ds

KREIS COESFELD (ds). Wenn man Zeit seines Lebens alles allein bewältigt hat, stellt eine todbringende Krankheit nicht nur in körperlicher Hinsicht eine einschneidende Zäsur dar. Können schwer Kranke, die bisher allein gelebt haben, bis zu ihrem Tod in ihren eigenen vier Wänden bleiben?

„Geht das überhaupt?“, war sich eine ältere Frau aus Lüdinghausen, die Krebs im fortgeschrittenen Stadium hat, unsicher. Um das zu klären, hat sie am Mittwoch angerufen, als vier Experten des Palliativ-Netzes Kreis Coesfeld am Leser-Telefon unserer Zeitung saßen.

„Das ist durchaus möglich, man muss es nur gut organisieren“, gab ihr Hedwig Benning, Koordinatorin des Palliativ- Netzes, auf den Weg. Auf jeden Fall sollte ein Pflegedienst beauftragt und der Hausarzt in die Versorgung eingebunden werden. Gegebenenfalls lasse sich auch ehrenamtliche Unterstützung organisieren.

Das alles könne das Palliativ-Netz koordinieren, klärte sie auf. Es sei bemüht, die Betroffenen
darin zu unterstützen, bis zum Tod weiter in ihren Entscheidungen autonom zu bleiben. Um es einzuschalten, muss über den Hausarzt ein Antrag gestellt werden.

Auch einige Angehörige haben bei der Telefonaktion angerufen. Eine Frau wollte für ihren Mann, der wegen eines Krebsleidens im Krankenhaus behandelt und als nicht mehr heilbar entlassen
wurde, wissen, was ihm gegen die Schmerzen helfen könne.

Natürlich konnte Dr. Hartmut Hoppe, Vorsitzender des Palliativ-Netzes, keine Fern-Diagnose stellen, er riet einen dafür speziell ausgebildeten Palliativ-Mediziner hinzuziehen.

14 Palliativmediziner gibt es im Kreis Coesfeld, fünf arbeiten in Lüdinghausen und Nottuln
im Krankenhaus, neun als niedergelassene Fachärzte. „Das sind zehn Prozent der Praxen im Kreis. Wir sind hier sehr gut aufgestellt“, so Hoppe – in anderen Regionen seien es viel weniger.

Sie haben Fragen, die Telefonaktion aber leider verpasst?

Unter 02594 / 9919747 können Betroffene und Angehörige noch zum Palliativ-Netz Kontakt aufnehmen.

www.Palliativnetz-Kreis-Coesfeld.de

Pressebericht als jpg Datei